“Sieh, der Kastanie kindliches Laub hängt noch wie der feuchte
Flügel des Papillons, wenn er die Hülle verließ;
Aber in laulicher Nacht der kürzeste Regen entfaltet
Leise die Fächer und deckt schnelle den luftigen Gang.
– Du magst eilen, o himmlischer Frühling, oder verweilen,
Immer dem trunkenen Sinn fliehst du, ein Wunder, vorbei.”
Eduard Mörike (1894-1875), “Im Park”
Neupflanzung einer Rosskastanie auf dem Klosterplatz
Mit der Neupflanzung eines Rosskastanienbaums auf dem Klosterplatz wird an die historische Platzsituation angeknüpft, die bis in das Jahr 2016 bestand.
Die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) stammt ursprünglich aus Südosteuropa, insbesondere aus den Bergregionen des Balkans. Nach Mitteleuropa gelangte sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts, wo sie zur barocken Modepflanze in den fürstlichen Gärten und Klosteranlagen wurde. Ihre eindrucksvolle Erscheinung mit den großen, handförmigen Blättern und den auffälligen weißen Blütenkerzen machte sie zu einem beliebten Gestaltungselement. Auf dem Binsdorfer Klosterplatz existierten auch Kastanienbäume, wie es historische Aufnahmen bezeugen. Zuletzt pflanzte man die rotblühende Art.
Historische Aufnahme des Klosterplatzes mit Rosskastanie.
Franziskanerinnen von Reute auf dem Klosterplatz, im Hintergrund die Kastanienbäume.
Der junge Baum wird in den kommenden Jahrzehnten heranwachsen und den Platz wie seine Vorgänger prägen. Damit entsteht nicht nur ein Stück lebendige Geschichte, sondern auch ein neuer Ort der Begegnung unter dem schönen schattenspendenden Baum.
Beitrag: Isabel David, 26/04.